Im Jahre 1708 schufen der ortsansässige
Schreiner Michael Jörg, der Bildhauer Thomas Stöber
von Pfarrkirchen und der Maler Johann Paul Vogl aus Altötting
den stattlichen Hochaltar. Das Altarbild
zeigt die Hl. Dreifaltigkeit. Im Aufzug ist der Hl. Michael
mit dem Flammenschwert und der Seelenwaage dargestellt. Links
und rechts von ihm befinden sich zwei besonders hübsche
Reiterfiguren des Hl. Georg mit dem Drachen und des Hl. Martin
mit dem Bettler.
Im Mittelpunkt des Altares ist das Gnadenbild,
eine gotische Holzmadonna mit dem Kind um 1400. 1779 schuf
der berühmte Rokokobildhauer Joseph Deutschmann aus Passau
den prunkvollen Schrein. Beidseitig des Altares stehen große
Statuen der hl. Johannes der Täufer, Zacharias, Elisabeth
und Bernhard. Alle diese Heiligen haben eine besondere Beziehung
zur Gottesmutter. Den Altarstipes fertigte 1763 der Kößlarner
Stukkateur Johann Baptist Modler, der auch zum 400jährigen
Bestehen der Wallfahrt 1764 den Rahmen mit Muschelwerk für
ein lateinisches Wallfahrtsgedicht an der südlichen Chorseite
schuf.
Um den Hochaltar befinden sich Schaukästen
mit zahlreichen Silbervotivgaben. Darüber befindet sich
ein Bild der Hl. Anna. Das älteste Votivbild über
der Sakristeitür aus dem Jahr 1669 zeigt, wie auf die
Fürbitte Mariens eine schlimme Viehseuche abgewendet
wurde.
Links im Chorraum steht der Johannesaltar
mit der bildlichen Darstellung der Taufe Jesu im Jordan und
mit Johannes den Evangelisten im Aufzug. Die bemerkenswerten
Statuen des Hl. Nikolaus und des Hl. Valentin werden dem bekannten
Bildhauer Wenzel Jorhan aus Griesbach zugeschrieben.
Rechts im Chorraum befindet sich der Leonhardialtar
mit dem Hl. Bernhard von Clairvaux im Aufzug. St. Leonhard
wird in Bayern oft als Schutzpatron des Viehs verehrt. Beidseitig
des Altarbildes befinden sich die Diakone und Martyrer St.
Stephanus mit Buch und Steinen und St. Laurentius mit Rost.
Im Chorbogen hängt ein großes corpustragendes Kreuz
aus dem 16. Jahrhundert.
Der Sebastianialtar steht
im südlichen Seitenschiff. Er wurde 1713 von den Kößlarner
Bürgern wegen der zahlreichen von der Pest verursachten
Todesfälle versprochen. Der Altar zeigt Bilder der Pestheiligen
Sebastian und Rochus. Einem Gelübde nach wird heute noch
eine Prozession zu Ehren des Hl. Sebastian Mitte Januar (Namenstag
am 20. Januar) durchgeführt. Die Apostelfürsten
Petrus und Paulus flankieren das Altarbild.
Das nördliche Seitenschiff beherbergt
den Florianialtar. Das Altarbild von Albert
Mändl weist auf den großen Marktbrand im Jahre
1864 hin. Im Aufzug ist der Hl. Josef mit dem Jesuskind dargestellt.
Neben dem Altarbild befinden sich die Aposteln Simon und Judas
Thaddäus, darunter eine Skapuliergruppe aus dem Jahre
1912.
Beachtenswert ist das gotische Kreuzigungsrelief
aus dem Jahre 1451 im linken Seitenschiff. Übrigens wurden
die beiden Seitenschiffe erst 1897/98 angebaut. Sie steigern
die Raumwirkung in erheblichen Maße. Die Kanzel
stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die Empore
von Michael Jörg zeichnen reiche Arkanthus-Schnitzereien
aus.
Die Orgel mit einem schlichten barocken
Gehäuse stammte ursprünglich aus der Werkstatt von
Ignaz Egedacher aus Passau, wurde aber mehrmals umgebaut.
Unter der Empore befindet sich ein Votivraum.
Darin sind die Silbermadonna von 1488, der
spätgotische Palmesel (bis zur Aufstellung
im neu zu errichtenden Kirchenmuseum), der neue Palmesel,
ein gotisches Pestkreuz, ein Heiland
an der Geißelsäule, rund 160 Votivtafeln
und andere Exponate zu besichtigen.
In der Rückseite der Kirche befindet sich die Seelen-
und Josephskapelle. Beachtenswert sind auch 14 Grab-
und Gedenksteine an den Wänden.
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche wird von einem rund 50 Meter
hohen Turm mit einer Zwiebelkuppel vom Jahre
1731 überragt.
(Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Geschichte)
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